Juli 29th, 2008

Der Menschzerbruch in jugendlichen Jahren - Brutale Spiele(r)?

Posted in Allgemein by admin

spieleatsächlich erfolgt die Beschulung - wenn sich auch einiges
> > verbessert hat - immer noch frontal durch beamtete, nach Jahrzehnten
> > völlig ausgelaugte, und - sage ich es ruhig einmal so - oft auch
> > unterschwellig sadistisch veranlagte -Lehrer.
>
> Nun, das mit dem sadistisch wuerde ich so nicht unbedingt
> bestaetigen,
> wohl aber den Rest.
Leider stimmt das mit dem “unterschwelligem Sadismus” zumindest zum
Teil schon, anders sind die Verhaltensweisen einiger Lehrer besonders
gegenüber hilfloseren und ängstlicheren Schülern nicht zu erklären.
Dass eine solche Haltung sicherlich oft aus der Hilflosigkeit,
vielleicht sogar Verzweiflung eines Lehrers erwächst, der, als er
sich für diesen Beruf entschied, sicherlich hehre Ziele hatte, das
sei dahingestellt. Aber auch Lehrern steht es frei, den Beruf zu
wechseln - und bei so manchen Entgleisungen von Lehrern gäbe es in
der “freien” Wirtschaft eine fristlose Kündigung.
Es ist einem Lehrer sehr wohl möglich (und es kommt auch immer wieder
vor), einen seiner Schüler durch bloßstellende und verletzende
Bemerkungen vor der gesamten Klasse langsam in eine schwere
psychische Krise oder gar in den Selbstmord zu treiben. Ich
persönlich bin einer solchen Situation durch Einweisung in eine
psychatrische Klinik entkommen; die gröbsten Symptome wurden durch
nette kleine Pillen übertüncht, die mich wie in Watte gepackt durch
die Gegend laufen ließen. Nach der “Einstellung” auf diese
Medikamentation war ich wieder “einsetzbar” - und wenn ich den Scheiß
nicht unter fürchterbaren Entzugserscheinungen abgesetzt hätte und
meine Schullaufbahn beendet hätte (ohne Abschluss), dann wäre ich
zwar kein Selbstmörder oder Amokläufer geworden, wohl aber jemand,
der seine regelmäßige Droge vom Dealer in Weiß benötigt.
Gibt es überhaupt Statistiken über Medikamentenabhängigkeit unter
Schulkindern?
Die sehen bestimmt zum Gruseln aus.
Ich habe jedenfalls aus vielen Gesprächen mit “gescheiterten
Existenzen” gelernt, dass ich weiß Gott kein Einzelfall bin.
> > Es handelte sich hier nicht um die “typischen
> > Versager”, die kaum des Lesens und Schreibens mächtig waren, sondern
> > um frei denkende und sehr kreative Menschen (die allerdings auch
> > leicht depressiv veranlagt waren).
>
> Gibt es “den typischen Versager”? Oder ist es nicht viel mehr ein
> Versagen des Systems, das dazu gedacht war, Menschen Bildung zu
> vermitteln?
Da ich nicht glaube, dass das Potential der Menschheit wirklich so im
Schrumpfen ist, muss es sich um ein Problem des Systemes handeln.
Bei meinem vorletzten Arbeitgeber hatte ich plötzlich
Personalentscheidungen zu treffen, weil es nach dem Ausfall eines
Mitarbeiters einfach niemand anders nebenbei machen konnte. So las
ich denn Bewerbungsunterlagen von Programmierern, beinahe jeder (im
krassen Gegensatz zu mir) mit einer so genannten Hochschulreife
ausgestattet und einige gar studiert und mit Diplom dekoriert.
In 30 Bewerbungsmappen fand ich lediglich eine, die ohne
Rechtschreibfehler daher kam. Ich meine damit nicht so komplizierte
Dinge wie die Tiefen der Kommasetzung (da muss ich auch manchmal
nachschlagen), sondern so richtig schmerzhafte Fehler.
Nun ist so eine Bewerbung, wenn man einen Job haben möchte,
sicherlich nicht ein Schrieb, den man gedankenlos, ohne ihn gründlich
zu lesen und ihn vielleicht anderen zum Lesen zu geben absendet.
Dennoch - mit der Befähigung zum Schreiben war es nicht so weit her.
Und das bei Menschen, die in gewisser Weise eine Elite dieses Landes
bilden.
Ich ahnte vorher schon, dass es schlimm ist. Aber dass es so schlimm
ist, das hat mich dann doch erschrocken.
> Wo kommen die vielen Legastheniker her? Ich kann mich aus meiner
> Schulzeit eines einzigen Mitschuelers entsinnen, der tatsaechlich
> nicht Lesen/Schreiben lernen konnte…
Meiner Auffassung nach besteht ein direkter Zusammenhang zwischen
Fernsehkonsum und Literalität. Je mehr Glotze, desto weniger Lesen
und Schreiben.
Aber immer wenn ich das sage, ist’s, als wenn ich eine heilige Kuh
anrühre.
Das Internet als hauptsächlich schriftsprachgebundenes Medium ist da
ein wichtiger Gegenpol - zumal es wie kein anderes Medium die
Fähigkeit zum eigenen Gedanken in widersprüchlichen Informationen
fördert.
> …Obendrein ist es fuer Schueler schon “gefaehrlich” den
> Lehrer auf seine Fehler hinzuweisen, weil man dann schnell zum
> “Aufsaessigen” oder “Schwarzen Schaf” gestempelt wird, was auch
> im “Klassenverband” Folgen haben kann…
Au ja, das kann ich aus meiner Erinnerung an die Schulzeit nur
bestätigen.
>
(…)
> Aus unseren Schulen kommen Menschen in die Gesellschaft (der
> Erwachsenen)
> die ihre erste Hoelle schon hinter sich haben.
> - skrupellose Karrieristen,
> - meinungslose Opportunisten
> - introvertierte Individualisten
> - psychische und soziale Wracks
>
Da spricht mir jemand aus der Seele.
http://www.2c4.de/buchst/e/139.htm (elterliche Gewalt)
http://www.2c4.de/buchst/s/104.htm (Schule)
http://www.2c4.de/buchst/j/143.htm (Jugend)
http://www.2c4.de/buchst/b/151.htm (Berufsausbildung)
Alle reden von Reformen. In Wirklichkeit wird nur politisches
Flickwerk im Takt der rasenden Hysterie bildgebender Massenmedien
durchgeführt.
Michael

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